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Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen

Januar 20, 2011

Der Weg zur Erkenntnis ist ja bekanntlich ein steiniger und heute war dann wohl wieder einer solcher steinigen oder eben erkenntnisreichen Tage, wenn man so will.
Auf der anderen Seite sollte ich vielleicht froh darüber sein, dass der Weg der Erkenntnis für mich heute zwar steinig, aber dennoch recht kurz war. Genau genommen begann mein erkenntnisreicher Weg heute Morgen um 10 Uhr, als ein geschätzter Kollege mich auf eine interessante Immobilie aufmerksam machte. Gegen 16 Uhr war der Fußmarsch dann auch schon wieder beendet, weil auf einmal auf meinem Immoscout Merkzettel der Hinweis „gelöscht“ prangerte.
Sechs Stunden – nicht wirklich lang. Jetzt weiss aber auch jeder, der schon mal an einem Kieselstrand Urlaub gemacht hat, dass auch kurze Strecken durchaus schmerzhaft sein können und genau so ging es mir auch. Übrigens, ein sehr interessanter TED Talk über die Wahrnehmung von Schmerzen und die dahinterliegenden (irrationalen) Denkmuster findet ihr hier.

Zurück zum Thema. Der Immobilienmarkt in Rhein-Main scheint einfach brutal schnell zu sein, so meine vorläufige Erkenntnis. Aber….MOMENT…ganz so ist es ja dann doch nicht. Während die Halbwertzeit einiger Immobilien im Bereich von wenigen Minuten zu liegen scheint, verharren wiederum andere Objekte Woche um Woche in der Ergebnisliste meiner gespeicherten Suche. Auch der recht offensichtliche Trick, Anzeigen entweder zu aktualisieren oder gleich ganz neu zu schalten, um es erneut in den Newsletter zu schaffen, ändert an dieser Tatsache nichts. So wie Dinge nicht wahrer werden, nur weil ich zunehmen lauter spreche, so scheint ein Objekt nicht deshalb mehr Käufer anzuziehen, weil ich es Woche um Woche neu und vor allem mit identischem Preis platziere.

Wenn in der Vergangenheit nun akademisches Personal sich um meine Bildung bemühte und mir erklären wollte, dass Dinge nicht schwarz oder weiss sind sondern nur Schattierungen in grau sind, mag das zwar gestimmt haben, nur haben eben diese Personen auch versäumt mir zu sagen, dass dies explizit nicht für den Immobilienmarkt gilt. Dieser – und so meine heutige Erkenntnis – ist nämlich so schwarz und weiss wie es nur sein kann (Anm.: Ich war kurz geneigt das Lied des Herrn Pocher als Analogie zu zitieren, konnte mich aber noch beherrschen).

Psychologisch bringt mich dieser Sachverhalt in eine durchaus schwierige Situation. Reagiere ich sofort, nehme ich mir womöglich jede Chance auf Preisverhandlungen und muss in aller Regel über den Makler gehen. Reagiere ich nicht oder erst später, ist das Objekt entweder bereits vergriffen oder eben ein (scheinbarer) Ladenhüter.

Ist die Verweilzeit in Immoscout somit ein Qualitätsindikator des Objekts?

Aktuell weigere ich mich noch das zu glauben, aber wohl gerade deshalb, weil es der einfachere und nicht so steinige Weg zu sein scheint.
Ich bin der Geist der stets verneint!
Hat aber wiederum zur Folge, dass mein Merkzettel auch in Zukunft wohl häufiger von solchen Banderolen wie rechts durchsetzt seien wird.
Dennoch habe ich die Hoffnung, dass es ähnlich wie bei Zwischenmenschlichkeit für jeden Topf einen Deckel gibt. Somit wird es hoffentlich auch in nicht allzu ferner Zukunft MEINE Immobilie geben. An der Stelle noch der Hinweis, dass meines Erachtens die Suche nach der Wohnung durchaus mehr als nur eine Parallelität zur „Suche“ nach dem/der PartnerIn hat, aber das nur nebenbei.

Was habe ich also heute gelernt?

  • Der Immobilienmarkt ist extrem schnelllebig und die Online-Verweildauer eines Angebots ist scheinbar die beste Indikation für Qualität
  • Daraus folgt, dass der Markt nicht grau ist, sondern Objekte entweder toll oder Ladenhüter sind
  • Wie in er Partnerschaft braucht die Suche nach der Wunschimmobilie wohl etwas Zeit

Danke und bis demnächst,

Euer Joerg

Von → Immobilien

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