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März 18, 2011

Über – Das kurze Leben von Immobilienblogs

Es liegt auf der Hand, dass die Suche nach der persönlichen Immobilie im Zeitalter zweinull nicht neu und exklusiv meine Idee ist. Dennoch zeigt die Historie, dass allen Suchinitiativen zumindest eins gemeinsam ist: Eine kurze Lebensdauer. myWohnhome wagt einen Erklärungsversuch.

Angesichts der Bedeutung des Themas “Immobiliensuche” sowie vor der aktuellen sehr positiven Zinssituation für Immobilienkäufer stellt sich die Frage, warum es eigentlich nicht mehr Immobilienblogs oder alternative Suchinitativen zweinull gibt.
Die Antwort hierauf ist denkbar einfach: Es gibt sie!
Meist leben sie jedoch nicht ausreichend lang, um einen nachhaltigen Fußabdruck in den Annalen der Internethistorie zu hinterlassen.

Bereits früh im Zuge meines Bloggings habe ich Google auf der Suche nach vergleichbaren Immobilienblogs bemüht und wurde auch teilweise fündig.
Gemeinsam scheint den Blogbetreibern zu sein, dass sie alle – ähnlich meiner Motivation – auszogen, eine Immobilie zu finden oder die Suche um die eigene Immobilie herum zumindest literarisch zu begleiten. Allerdings scheint diesen Blogs ebenfalls gemein, dass ihnen in aller Regel nur ein recht kurzes aktives Leben beschieden ist.

Dem motivierten Start mit vielen Updates, folgt diesen Initiativen meist einige Tage/Wochen später die Stagnation um dann fortan als Blog-Zombie ihr Dasein zu fristen, wie die Beispiele hier oder auch hier verdeutlichen. Interessanterweise, findet sich auch hier ein Beitrag aus Österreich, der das gleiche Phänomen beschreibt.

Der Schein gleicher Probleme
“Praktisch jeder sucht doch im Laufes seines Lebens mal eine Immobilie”, ist man geneigt zu glauben. Somit drängt sich dann auch die Vermutung auf, dass – sind sie doch mit den scheinbar gleichen Problemen beschlagen – sich die Suchenden in ihrem Unterfangen vereinen lassen sollten.

Immobiliensuchende dieser Welt, vereinigt Euch!

Wie ich in anderen Beiträgen schon philosophiert hatte, ist das Problem jedoch etwas vielschichtiger.
Zum einen ist das Immobilienthema ein recht temporäres Phänomen. Heute noch Teil der suchenden Menge, scheidet der Suchende sofort mit Auffinden eines geeigneten Objekts – in aller Regel – unmittelbar und für immer aus dieser erlesenen Gemeinschaft aus. After-sales oder emotionale Gruppen/Clubs bzw. Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe, wie z.B. dieser hier für das Beispiel eines Autokaufs, gibt es im Falle der Immobiliensuche meines Erachtens nicht.
Zum anderen ist eine Immobilie in aller Regel sehr individuell (siehe auch dieser Blog Beitrag), weshalb ein Zusammenschluss mit anderen Suchenenden keine Sinn ergibt, da man ja schließlich “nicht mit dem Feind (i.S.v. potentiellen Mitbewerbern) ins Bett geht”

Interessantweiser, trifft gerade der erste Aspekt nicht nur die Blogs privater Immobilienkäufer sondern z.B. auch die Ratingportale von Immobilenmaklern (Beispiele für solche Portale habe ich auf meiner Links Seite gelistet). Auch hier gilt, dass diese im allgemeinen recht ambitioniert starten, dann aber – in Ermangelung von Beiträgen – im weiteren Verlauf ein recht tristes Dasein fristen. Es liegt folglich die Vermutung nahe, dass die Einmaligkeit der Transaktion verbunden mit dem individuellen Charakter der Immobilie hierfür verantwortlich zeichnet. Wenn ich böse wäre, könnte aber auch das Auftreten und der Vertriebsansatz vieler Makler in diesem oder jenem Sinne hieran schuld sein. Aber ich bin ja nicht böse, oder?! ;)
Wie dem auch sei, die Charakteristika der Immobiliensuche eignen sich einfach nicht wirklich gut für die Generierung von Netzwerkeffekten.

Das Problem der kritischen Masse
In Anbetracht der aktuellen Ereignisse rund um die mögliche atomare Katastrophe in Japan sollte man zwar mit solchen Formulierungen (i.e. kritische Masse) vorsichtig sein, dennoch gilt es offensichtlich im Rahmen des Bloggings eine kritische Masse in zweierlei Hinsicht zu erreichen.

Erstens gilt es eine kritische Masse an Besuchern für den eigenen Blog/Seite zu begeistern, denn keiner schreibt gerne für sich allen :) Darüber hinaus hat ein solches Unterfangen ja nur dann Sinn, wenn möglichst viele Personen i.S.v. Besuchern auch von meiner Suche erfahren.

Zweitens kann aber auch genau ausreichender Traffic nur dann erzielt werden, wenn eine kritische Masse an Content existiert.
Grundsätzlich ist ja mit der Formel “Ich suche eine Immobilie” abschließend das Entscheidende gesagt. Der Rest bestünde folglich darin zu Warten und zu Hoffen, dass ein blindes Huhn in Form eines verkaufswilligen Immobilienbesitzers daherkommt und den Blog – um bei der Analogie zu bleiben – korngleich findet.

Ist dieser Ansatz hilfreich, zielführend und erfolgversprechend? Hmm, vermutlich nicht!

Ergo werde ich das erste Ziel nur dann erreichen, wenn ich durch kontinuierliche Zuführung (hinreichen) interessanten Contents die Besucher auch zum Wiederkehren bzw. neue Besucher zum erstmaligen Besuch bewegen kann.

Ein Problem, dem auch ich mich wohl früher oder später mit myWohnhome werde stellen müssen. Aber bis dahin habe ich noch ein paar Ideen, wie ich hoffentlich weiterhin Besucher für meinen Blog interessieren kann, auch wenn auch ich gerade fallende Besucherzahlen zu beklagen habe. Mir scheint, ich muss mal wieder einen polarisierenden Artikel schreiben.

Daher – mal wieder der Aufruf -
Wenn jemand zufällig weiss bzw. hört, dass eine Wohnung zum Kauf steht und sich diese Wohnung zufällig auch noch in Hofheim/Ts. oder im Frankfurter Nordend befindet, würde ich mich sehr über einen kurzen Hinweis freuen. Die Suchkriterien sind auch weiterhin hier einzusehen und zum Download bereit.

Vielen Dank für’s Mitlesen und bis demnächst

Euer Joerg

März 10, 2011

Über – Die Finanzierung

Wer schon dachte, dass die Suche nach der eigenen Immobilie und die damit verbundenen (Sinn-)Fragen ein weites Feld darstellt, der hat sich meist noch nicht eingehender mit dem Thema Finanzierungsmöglichkeiten auseinandergesetzt. myWohnhome wirft heute einen Blick auf das Thema Immobilienfinanzierung verbunden mit der persönlichen Erkenntnis, dass “mehr” nicht immer wirklich besser ist.

Vermutlich bin ich nicht der Einzige, dem die nachfolgende Vorstellung die Schweißperlen auf die Stirn zaubert:
Nach Monaten der Suche nach einer Immobilie ist endlich das geeignete Objekt gefunden. Wortreich erklärt der Makler, dass Zeit ja kostbar und die Gelegenheit nie wieder so günstig sei. Kurzum: Man müsse sofort zuschlagen, es gäbe ja schließlich eine Vielzahl anderer Interessenten und nur unter Aufbietung schier übermenschlicher Kräfte wäre es möglich, das Objekt noch 1-2 Tage zu reservieren. Maximal!

Wer also dachte, dass mit dem Ende der Immobiliensuche auch die Schwierigkeiten ein Ende haben, sieht sich unvermittelt mit der nicht weniger komplizierten und facettenreiche Frage der Immobilienfinanzierung konfrontiert.
Ähnlich wie auch in der Immobilienwirtschaft, scheint es auch auf diesem Feld eine Phalanx von Professionen zu geben, die nicht nur EINE Meinung zum Thema Finanzierung haben, sondern auch DIE ultimativ und einzig richtige Meinung.
Begrifflichkeiten wie Annuitätendarlehen, Bausparvertrag, Forward-Darlehn und KfW-Förderung ergeben in Kombination mit Tilgunghöhe, Sondertilgungsraten und Zinsbindungsfrist ein munteres Wortpottpurri, das nicht nur hervorragend für die beliebte Kühlschrankpoesie taugen würde, sondern auch den in Zeitnot befindlichen Kaufinteressenten nachhaltig und erfolgreich verwirrt.
Wenn dann noch die magische Zauberformel “historisch niedriges Zinsniveau” beschworen wird, wirft selbst der renitenteste Zauberlehrling den Löffel der Erkenntnis weit von sich, schreitet zur Tat und unterzeichnet vermutlich das Angebot mit dem besten Verkäufer. Unter Umständen eine sehr teure (Fehl-)Entscheidung.

Die Verhältnismäßigkeit der Mittel – Mein Boot, mein Haus, mein Finanzberater
Wo sich viele von uns wochenlang in Internetforen herumtreiben, sich die Finger blutig googlen und Vergleichsportale befragen, um zwei Euro im Monat bei der Mobilfunkrechnung oder beim Wechsel des Stormanbieters zu sparen, wird die – für viele sicherlich – größte Anschaffung des Lebens mal eben so in zweit Tagen aus dem Boden gestampft.

Aber man ist ja nicht allein und Hilfe naht. Eloquent und scheinbar individuell auf meine Bedürfnisse mit “genau dem richtigen Angebot” kommen sie daher, die Kreditinstitute, Finanzberater, Broker und sonstigen Intermediäre. Aber auch hier gilt: Viel hilft nicht viel, sondern viel verwirrt viel. Und zur Entwirrung wird nicht wirklich viel getan, im Gegenteil. Ähnlich wie bei Versicherungen, so scheint es mir, ist eines nicht gewünscht:

Transparenz und Vergleichbarkeit

Tilgungswechsel, Höhe und zeitliche Abfolge der Sondertilgungsmöglichkeiten sowie die Laufzeit der Zinsbindung sind nur einige der Dinge mit denen hier gespielt und bewusst die Vergleichbarkeit erschwert wird. So sind die Unterschiede von Angeboten mit einer scheinbar gleichen monatlichen Belastung beim näheren Hinsehen – und vor allem auf die Laufzeit gesehen – erheblich.
Wie so häufig steckt der Teufel eben im Detail.

Und was ist mit mir?
Nun fand auch ich mich kürzlich und recht unvermittelt in diesem Umfeld wieder und folglich mit der Frage nach einer geeigneten Finanzierung konfrontiert. Was also tun?
Bevor ich Euch mit tollen Ratschlägen langweile, gebe ich einfach mal meine Schritte und Erkenntnisse weiter und überlasse jedem Leser selbst, was er davon für sich in Anspruch nehmen oder verwerfen möchte. Wir haben ja gesehen:

Phase Aktionen/Erkenntnis Take aways
Verwirrung Die Hektik ist groß, alle möglichen Informationen werden wild gesucht. Die Linksammlung im Browser wächst schnell zu dramatischer Größe  an Don’t Panic
Informationsauswahl Weitere Quellen werden befragt, Vor-Ort-Termine werden gemacht. Information wird von Werbung getrennt Informationen sinnvoll auswählen und Quellen breit streuen (z.B. Bank, Internet, Testberichte)
Überblick Informationen werden verarbeitet. Die grundsätzlichen Varianten und Unterschiede werden erkannt. Ein Meinungsbild beginnt sich zu entwickeln Entdecke die Möglichkeiten
Analysiere die tatsächlichen Anforderungen
Erkenntnis Treiber und Einflussgrößen sind identifiziert. Detaillierte Angebote werden eingeholt und verglichen. Zinssatz allein ist kein geeignetes Entscheidungskriterium
Finetuning & Auswahl Geeignete Angebote sind identifiziert. Letzte Gespräch werden getätigt. Finale Auswahl und Entscheidung One-size-fits-all existiert nicht. Die Entscheidung muss auf Basis individueller Anforderungen getroffen werden

 
Auch wenn das wieder nur meine persönlichen Erfahrungen waren, so findet sich vielleicht doch der Eine oder die Andere in dieser Auflistung und den genannten Phase in dieser oder ähnlicher Form wieder? Grundsätzlich gilt: In der Ruhe liegt die Kraft und keiner, kein Makler, Verkäufer oder Finanzberater wird einem nachher die entstehenden Mehrkosten einer Fehlentscheidung erstatten.
Drum prüfe, wer sich (fast) ewig bindet…

Abschließend, wie aus anderen Artikel bekannt, noch ein paar allgemeine Take-aways

  • Immobilienfinanzierung ist für Viele die vermutlich größte finanzielle Entscheidung des Lebens. Hektik und Kurzschlusshandlungen werden hier schnell zu einem unglaublich teuren Fehler.
  • KISS – Keep it sweet and simple; komplizierte Konstrukte, die kein Mensch versteht sind vermutlich aus genau diesem Grund so kompliziert damit sie kein Mensch versteht.
  • Beispielanfragen, wie sie z.B. hier angeboten werden oder bei Kreditvermittlern helfen erheblich bei der Meinungsbildung und der Vergleichbarkeit.
  • Für alle weiteren Fragen wird Ihnen auch gerne hier geholfen

Soviel an dieser Stelle von mir und bis zum nächsten Mal,

Euer Joerg

Februar 24, 2011

DSDmB – Deutschland sucht den myWohnhome-Besucher!

Nach sechs Wochen und 1,200+ hits soll diese Woche kein neuer Content bereitsgestellt werden. Statt dessen und dem zweinull Gedanken folgenden: Leser-Interaktion!.

Wie ich schon hier feststellte, sind die Besucherraten deutlich höher als ich das zu hoffen gewagt hatte. Um meine Idee nach der Immobiliensuche im Zeitalter von Web 2.0 jedoch zur vollen Blüte zu treiben, ist nicht nur die Anzahl der Besucher sondern auch deren Interessenlage für mich interessant.

Vor diesem Hintergrund habe ich eine kurze Umfrage in diesen Artikel eingebettet und würde mich über reges Ausfüllen freuen.
Mich interessiert einfach: Was treibt Euch auf meinen Blog bzw. wie sehen Eure Interessen beim Lesen meiner Beiträge und Eurer Kommentare aus?
Neben den vordefinierten Antworten habt Ihr die Möglichkeit, eigene Antworten zu geben, solltet Ihr Euch in den drei Möglichkeiten nicht hinreichend wiederfinden.

Ich freue mich über rege Beteiligung und sage, bis bald

Euer Joerg

Februar 17, 2011

Über – Die Besichtigung

Es gibt bestimmte Situationen im Leben eines Immobilieninteressenten, da trennt sich die Spreu vom Weizen. Da gilt es, den Charakter einfach mal Charakter sein zu lassen und auch wildfremden Leuten überschwänglich zu einer Wohnung zu gratulieren, von der man gerade maximal den Fussabtreter und den Türrahmen der Eingangstür gesehen hat. Solche Situationen kursieren landläufig unter der Begrifflichkeit: Besichtigungstermin. Heute möchte ich einen Blick auf dieses illustre Treiben werfen und schauen, ob auch hier gilt: eine Besichtigung ist eine Besichtigung ist eine Besichtigung….

Nun ist es also soweit. Ein Objekt hat zumindest soweit das Interesse geweckt, dass man (und Frau) sich um eine Besichtigung bemühen. Gut, vielleicht hat auch nach Monaten der erfolglosen Suche die Verzweiflung gesiegt, die Ansprüche sind soweit heruntergeschraubt, dass endlich doch etwas durch das nun hinreichend vergrößerte Raster in die engere Wahl fällt (weitere Infos zu diesem Effekt, findet ihr hier).
Sei es wie es ist: Ohne Besichtigung geht es nicht.
Auch wenn ich es an anderer Stelle schon mal erwähnt hatte, hat die Suche nach der Immobilie für mich doch in vielen Bereichen Ähnlichkeit mit der Suche nach der/dem PartnerIn. Vielleicht sollte ich vor diesem Hintergrund dann zukünftig auf die Frage, ob ich eine Immobilie suche, in Single-Börsen Manier damit kokettieren, dass ich ja nicht suche, sondern gefunden werden will. Aber dies nur am Rande.

So schleicht man also mit einer Mischung aus Schüchtern- und Verlegenheit, Anbiederung und Fremdschämen durch eines Anderen Wohnung als wäre man das erste Mal bei potentiellen Schwiegereltern zu Besuch. Man versucht höfliches aber dennoch ernsthaftes Interesse zu dokumentieren, ohne natürlich gleich zu viel zu wollen und ggf. die (eventuelle) Verhandlungsposition zu schwächen.

Auch wenn diese Umschreibung vielleicht etwas zu spitz formuliert ist, so ist eine Besichtigung dennoch eine besondere und in vielen Fällen sehr merkwürdige Situation. Da ich nun mal auf der Suche nach einer Wohnung bin und sowohl Kaufen als auch Mieten in Frage kommt, drängt sich mir die Frage auf, ob Besichtigung gleich Besichtigung ist oder ob es nicht eventuelle Unterschiede gibt?!
Ich bin sehr geneigt zu glauben, dass es sehr wohl Unterschiede gibt!

Die Königsklasse – Besichtigung einer Mietwohnung
Stellen wir uns folgende Situation vor:
In Horden stehen die Menschen vor der Tür ins “gelobte Land” oder was auch immer die Annonce versprach. Die nächste Massenbesichtung.
In kleinen Gruppen werden nun also die Bewerber in die Räumlichkeiten geführt, aber nicht ohne vorher einen Fragebogen zur Selbstauskunft in die Hand gedrückt bekommen zu haben. Man – also der Vermieter – will ja schließlich wissen, mit wem man es zu tun hat.
Die Ersten, lassen sich direkt schon am Eingang zu bedeutungsschwangeren Sätzen, wie: “Hui, die ist aber schön, ich/wir wären seeeeehr interessiert” oder “Wenn Sie solvente, ruhige, unkomplizierte Mieter suchen, dann sind wir/bin ich Ihr Kandidat” hinreissen, schließlich gilt ja: You’ll never get a second chance to leave a first impression. Nun gut, ist nicht Rilke und wird einen auch nicht auf die Vorschlagsliste für den Literatur-Nobelpreis bringen, aber dem einen oder anderen Vermieter schmeichelt das sicherlich.
Mich haben solche Situationen immer etwas befremdet, gebe ich zu. Kaum hat man die Wohnung betreten, fühlt man sich schon genötigt sich lobend zu äussern, will man überhaupt eine Chance haben. Alles nachdenken und -fragen,  so scheint es, wird als Diskreditierung der Wohnung und somit auch des Vermieters betrachtet und fortan geächtet. Zustände wie im England der industriellen Revolution: Wenn Du den Job nicht machen willst, stehen vor dem Werkstor 10 andere, die ihn haben wollen.
Der Markt ist eben eng, schnell und deutlich zu Gunsten der Vermieter geneigt, sofern eben die Lage stimmt. Hinzu kommt weiterhin noch – wie auch hier schon beschrieben – wer nicht kaufen kann (oder will), der versucht eben durch die neue Mietwohnung seine allgemeine (Wohn-)Situation aufzuwerten. Somit ergibt sich hier folglich eine sehr angespannte Wettbewerbssituation, in der – so wie es scheint – erneut nur Darwin’s Freunde überleben.

Aber es geht ja auch noch anders, oder?

Die Bundesliga – Besichtigung der Kaufimmobilie
Etwas disziplinierter und weniger wie der Tanz ums goldene Kalb laufen die Besichtigungen für Kaufobjekte ab. Zwar gelten auch für den Markt der Kaufimmobilien die Charakteristika “eng” und “schnelllebig” (wie ja hier schon leidvoll umschrieben), dennoch – so mein bisheriger Eindruck – findet eine Anbiederung nicht in dem Maße statt, wie noch oben bei der Mietwohnung.
Scheint der potentielle Mieter jegliche Kritik an der Immobilie zu vermeiden, so schaut der potentielle Käufer lieber dreimal hin und findet auch mit Sicherheit das Haar in der Suppe. Schließlich kann der Kauf einer Immobilie schnell ein teurer Fehlgriff werden.

Wenn wir kurz vom rein Geschäftlichen weggehen, darf man nicht vergessen dass es sich bei der Mietwohnung ja schließlich auch für die eine Seite (Vermieter) um ein Investment mit entsprechenden Renditeaussichten handelt, für die Andere (Mieter) um eine – in aller Regel – temporäre Geschichte. You get, what you pay for.
Beim Wohungskauf kommen aber auf einmal Emotionen ins Spiel. Nicht zuletzt hat der Eigentümer im Allgemeinen das Objekt nicht erbaut, um es zu einem späteren Zeitpunkt zu veräussern, ceteris paribus. Er verkauft also in aller Regel, weil sich am ursprünglichen Masterplan etwas ge- oder verändert hat. Der potentieller Erwerber sieht – seinem Nestbauinstinkt folgend – das vor ihm liegende Objekt ebenso nicht als temporär sondern vielmehr als DIE Anschaffung seines Lebens an.
Zeit für Emotionen!

Immobilie – egal ob nun Miete oder Kauf – hat für mich was mit Verbindlichkeit zu tun. Vielleicht bin ich da doch etwas zu altbacken, romantisch in meiner Vorstellung und daher finde ich diese Besichtigungen doch eher abschreckend. Mag vor allem eben daran liegen, dass mir Anbiederungen in dem Maße nicht liegen. Aber, wie ich auch schon feststellte: Die Immobilienbranche hat nicht gerade auf mich gewartet. Auch wenn ich immer gern daran glaube, es bestimmte Dinge auch anders gehen, so bin ich hier am ehsten geneigt zu glauben, dass mich der Spruch: “Gib mir die Kraft die Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann” wohl schneller zum Seelenheil bringt, als fortdauerndes Lemmentieren. Breath in – breath out.

Nichts desto trotz finde ich es persönlich wichtig, sich treu zu bleiben und eben nicht alles über Bord zu werfen, von dem man vorher noch selbst so überzeugt war, dass man es nie tun würde. Auch ich bin davon sicherlich nicht gefeit, bin aber bislang gut damit gefahren, mir vorher schon zu überlegen, bis wohin ich für eine spezielle Immobilie gehen möchte und an welcher Stelle für mich der “Spass” aufhört. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass meine aktuelle Wohnungssituation doch recht komfortabel ist und, dass das Bestreben eine Immobilie zu erwerben eher ein wollen, denn ein müssen ist.

Gerade der letzte Absatz wird den Maklern ein Grinsen ins Gesicht zaubern und in Anlehnung an einen TV-Werbespot sagen lassen:
Früher oder später kriegen wir (auch) Dich Nun gut….sei es drum!

Fazit?

Gibt es heute nicht, heute wollte ich einfach mal was loswerden! :)

bis bald,

Euer Joerg

Februar 10, 2011

Einen Monat myWohnhome – Eine Retrospektive

Einen Monat gibt es myWohnhome nun “schon”. Sehr viel Licht und ein wenig Schatten. Überraschende und sehr vorhersagbare Dinge haben sich ergeben. Zeit für einen ersten Rückblick über die Anfänge des Blogs und meiner Suche nach der Immobilie.

Time flies by when you’re having fun, hat mein Professor in England immer gesagt. Im Gegensatz zu den eher drögen Macroeconomics Vorlesung jedoch, ging der erste Monat myWohnhome in der Tat sehr schnell vorbei.

Zeit für einen ersten Blick zurück – Die Fakten:

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Auf den ersten Blick auf jeden Fall eine sehr positive Bilanz. Da ein solcher Satz förmlich nach einem aber schreit, schicke ich gleich hinterher, dass auch der zweite Blick das positive Bild nicht trüben kann.

Noch in diesem Artikel hier war ich eher skeptisch was und vor allem ob ich überhaupt etwas erwarten kann.
Jetzt, einige Wochen, Artikel und Kommentare später kann ich – wie ich glaube – behaupten, doch sehr zufrieden sein zu können. Definitiv bei weitem übertroffen wurde der Traffic, der hier auf dem Blog generiert wurde. Fast 1,000 hits in einem Monat ist deutlich mehr als ich erwarten und auch hoffen durfte. Nicht ganz unerwartet war es eben auch gerade der Artikel über das Für und Wider der Immobilienmakler, der hier für das meiste “Aufsehen” und für den aussergewöhnlichen 3. Februar mit über 200 Hits gesorgt hat.

Unter Berücksichtigung einiger kluger Artikel der Kollegen von McKinsey und der darin enthaltenen Empfehlungen hat es definitiv geholfen, mit hinreichend Inhalten zu starten und ordentlich die Werbetrommel bei Xing, Facebook und Twitter zu rühren, um hier Traffic zu generieren.
Letztendlich funktioniert und fußt meine Idee für meine eigene Immobiliensuche nur dadurch bzw. darauf, dass viele Leute diese Themen lesen und “irgendwie, irgendwer, irgendwo immer jemanden kennt”, der vielleicht verkaufswillig ist. Und die Grundvoraussetung hierfür ist: Ausreichend Leser für mich bzw. meinen Blog zu interessieren.

Grundsätzlich gilt jedoch: Mission accomplished, auch wenn ich noch immer auf der Suche bin. Das bringt mich dann auch direkt zum nächsten Aspekt, denn:

Wo Licht ist, ist bekanntlich ja auch Schatten….
Auch wenn der Schatten mit Blick auf die nicht-existente Erwartungshaltung schon definitionsgemäß nicht wirklich lang sein kann, bleiben dennoch einige Dinge zu verbessern.
Insbesondere die Tatsache, dass ich es zwar geschafft habe “hinreichend” Traffic zu erzeugen, aber dieser Traffic nicht auch auf den eigentlichen Zweck des Blogs zugreift ist verbesserungsfähig. Und, ich habs lange nicht mehr gesagt, daher:
Ich suche eine Wohnung :)

Mit anderen Worten: Ein Großteil der Leute liest zwar die Artikel – was mich durchaus ehrt – schaut  aber nicht bei den Suchkriterien vorbei (was schade ist). Um dem eigentlichen Ziel der Wohnungssuche näher zu kommen, gilt es wohl gerade dieses Thema zu adressieren, auch wenn mir noch nicht klar ist, wie.
Damit einher geht ein grundsätzliches Problem im Internet, Foren oder auch Blogs: Die Interaktion. Folglich war es dann auch wenig verwunderlich, dass auch für die Interaktion in meinem Blog, die im Web oft postulierte 90-9-1 Regel galt. Auch und gerade hier ist sicherlich noch Luft nach oben, was Kommentare angeht. Dennoch möchte ich an dieser Stelle insbesondere Rolf, Petra , Maxi und Björn für Ihre Kommentare danken, die sicherlich der Transparenz sehr zuträglich waren und auch andere Aspekte, als die von mir genannten, aufgezeigt haben. Darüber hinaus gilt mein Danke ebenfalls Immofux, der durch einige Re-Tweets zur Bekanntheit meines Blogs beigetragen und weiteren Traffic generiert hat.

Schade ist allerdings, dass die “Kollegen” von Immobiliendiskussion.de auch auf Nachfrage hin, weder ihre Closed-User-Group aufgegeben noch mir einen Auszug der Diskussion zur Verfügung stellen wollten, die über den Makler-Artikel wohl entbrannt ist. Nach den incoming Links zu urteilen, gab es hier, hier, hier und hier wohl eine mehr oder weniger angeregte Diskussion zu meinen Ansichten, über deren Inhalt ich – in Ermangelung eines Transcripts – aber nur spekulieren kann.

Abschließend kann ich nur noch festhalten:
Bloggen macht Spass und das gleiche gilt für den – hoffentlich bald noch intensiveren – Austausch mit der “Community”.
Ich freue mich auf weitere Monate mit myWohnhome und hoffentlich auch bald auch auf eine Wohnungsempfehlung hier…

bis gleich,

Euer Joerg

Februar 1, 2011

Katz und Maus oder: Der Makler, Dein Freund und Helfer?!

Vorab noch eine Anmerkung: Wie bereits schon einmal gesagt, ist dieser Blog all vor allem von MIR für MICH und dient auch weiterhin primär der Suche nach einer geeigneten Immobilie für mich. Dies vorweg geschickt ist der Blog im Allgemeinen und der nachfolgende Beitrag im Besonderen eine Darstellung meiner Meinung, die somit naturgemäß subjektiv ist und zum anderen folglich weder Anspruch auf Richtigkeit noch auf Vollständigkeit oder Repräsentativität erhebt. Wer immer noch liest, der ist herzlich zum Bleiben eingeladen, der Spannungsbogen sollte jetzt zumindest gesetzt sein.

Also los…

Es hat schon etwas vom klassischen Hase und Igel oder auch Katz und Maus Spiel. Ewig versucht der Makler in der Darstellung einer Immobilie die Gratwanderung zu schaffen, die das Objekt zum einen möglichst vorteilhaft und (hoffentlich) detailreich darstellt, auf der anderen Seite aber auch nur genau so viel verrät, dass ein findiger Interessent die Immobilie nicht alleine identifizieren und am Ende u.U. noch den Makler umgehen kann.
Ich möchte an dieser Stelle gar nicht darauf eingehen, dass es natürlich Exklusivrechte gibt und das von mir skizzierte Verhalten des Interessenten u.U. sogar rechtswidrig sein kann. Ich würde so etwas ohnehin ja nie machen, oder doch? ;)

Es wird in diesem Spiel, wie übrigens auch in vielen anderen Spielen, jedoch auch immer einen Akteur geben, der einen Anreiz hat, schneller, besser, geschickter zu sein, als sein Gegenüber.
Die Frage ist nur: Wie hoch ist dieser Anreiz und somit die Motivation „kreativ“ zu werden?

Schaut man nun auf die Immobilienbranche im Allgemeinen und auf das Rhein-Main Gebiet im Besonderen und setzt weiterhin 5% (netto) als durchschnittlichen Courtage-Satz an, so wird auch mit mäßigen Rechenkünsten schnell klar, dass eine 5-stellige Eurosumme eher die Regel denn die Ausnahme sein wird.
Mit anderen Worten: Die Motivation für jeden rational und wirtschaftlich denkenden Menschen ist ziemlich hoch!

Darüber hinaus wird ebenfalls klar, dass – zumindest in Deutschland – die Motivation im reinen Spiel asymmetrisch verteilt und recht binär ist.
Einfacher gesagt: Der Gewinn des Einen ist der Verlust des Anderen und etwas dazwischen gibt es nicht (oder selten). In anderen Ländern ist dies anders, da dort die Courtage entweder vom Verkäufer gezahlt oder anteilig von den Parteien entrichtet wird, was sich natürlich auch auf die Motivation der Teilnehmer auswirkt.

Für Deutschland halte ich also fest, dass der Interessent in aller Regel einen Anreiz von 10.000 und mehr Euro hat, alles in seiner Macht stehende zu tun, den Makler (im Rahmen der Legalität) zu umgehen. Der Makler, auf der anderen Seite, hat genau den gleichen Anreiz mit der entgegengesetzten Motivation: Dem Interessenten Steine in den geplanten Weg zu legen, wo es nur geht.

An dieser Stelle möchte ich mich um Neutralität bemühen und keine der umrissenen Verhaltensweisen kritisieren. Man sollte es sportlich sehen, was jedoch – wie meine bisherigen Diskussionen zeigen – vor allem den Maklern schwer fällt.

Nun, wenn ich schon dabei bin, schauen wir uns doch gemeinsam einmal die Marktteilnehmer an!
Die Immobilienbranche: Monopolisten und fragmentierte Käufer
Aus meinen alten Lehrbüchern habe ich damals mitgenommen, dass es zunächst grundsätzlich zwei Marktteilnehmer gibt: Verkäufer und Käufer.
Die Marktmacht der Verkäufer ist vor allem von der Art und Austauschbarkeit des Produkts abhängig. Eine außergewöhnliche Immobilie in eben außergewöhnlicher Lage, wird mich als Verkäufer zum Quasi-Monopolisten machen und meine Verhandlungsmacht stärken. Le Loi c’est moi!
Erfülle ich nur eins oder keins der vorgenannten Kriterien, wird sich im Zweifel die Verhandlung deutlich schwieriger gestalten, auch wenn ich natürlich mit meiner Immobilie nach wie vor Monopolist bin. Ich habe in dem Fall einfach nur „mit Zitronen gehandelt“. Auf der Käuferseite kann ich Macht in aller Regel dadurch gewinnen, wenn ich einziger bzw. Groß-Abnehmer bin oder wenn der Verkäufer anderen Zwängen unterliegt und, wie es immer gerne heißt, „umständehalber“ verkaufen muss. Eine Aggregation der Nachfrage durch viele Nachfrager mit den einhergehenden, niedrigen Preisen gilt hier nicht.
Vielmehr heisst es: 3..2..1..meins! Denn wenn ich eine Immobilie will, will ich eben genau DIESE und keine andere. Das Objekt der Begierde ist nicht beliebig austauschbar.

Allein aus diesem Abriss ergibt sich eine Vielzahl möglicher Konstellationen, die die Verhandlungen entweder zäh oder kurz und (schmerzvoll) für eine der beiden Parteien werden lassen. Unter dem Strich, so zeigt zumindest meine Erfahrung mit dem Blick auf Rhein-Main, haben wir eher einen Verkäufermarkt, solange man seine Immobilie nicht direkt in der neuen Einflugschneise des Frankfurter Flughafen gebaut hat. Zitronen eben!

Nachdem die Hauptrollen mit Verkäufer und Käufer bereits vergeben sind, bleibt die Frage: Warum brauche ich einen Makler? Die einfach Antwort: Keine Ahnung!

Nun gut, ganz so einfach ist es doch nicht. Sicherlich hilft der Makler u.a. bei einer möglichen Bewertung der Immobilie, aggregiert die Nachfrage, beantwortet erste Fragen und filtert ggf. vor. Auch wenn dies durchaus im Rahmen der neuen Medien und Tools sehr viel besser, einfacher und zu dramatisch geringeren Kosten durchgeführt werden könnte, bleibt wohl der entscheidende Punkt: Es kostet den Verkäufer nichts. Leider scheint an der Stelle dann mal nicht zu gelten: Was nix kost’ is auch nix!
Somit wird dem Käufer also durch den Verkäufer eine nicht unerhebliche Summe aufgebürdet, wobei doch ein legitimer Gedanke ist, ob nicht beide Parteien durch eine Kostenteilung besser gestellt wären?

Die maklernahe Leserschaft dieses Blogs wird natürlich zwei Dinge entgegnen, dass natürlich dies 1.) eine sehr idealistische Vorstellung ist und 2.) so nur ein Kaufinteressent argumentieren kann.
Auf die beiden vorgenannten Punkte kann ich nur antworten: Schuldig im Sinne der Anklage! Aber trotzdem ein schönes Gedankenspiel!

Bevor ich zum heutigen Fazit komme, möchte ich noch festhalten, dass es sicherlich tausend und abertausend Gründe gibt, warum es Intermediäre in Form von Maklern geben muss, I just don’t see them!
Gerade deshalb würde ich gerne einmal eine Kalkulation eines Maklers sehen, wie denn die Aufwände in Relation zu den Erträgen stehen. Also, liebe Makler, gerne und mit aufrichtigem Interesse nehme ich Eure Kommentare entgegen, wo genau der Mehrwert liegt und wonach hier nicht Gewinnmargen im hohen zweistelligen Bereich anfallen!

Mein heutiges Fazit:
Und nochmals vorweg geschickt, dass es sich um meine subjektive Meinung handelt und hier keinesfalls den Aufruf zu gesetzeswidrigen Verhalten starten möchte. Ich freue mich über Kommentare (gerade von Maklern) und lerne gerne dazu

  • Das „Spiel“ zwischen Makler und Immobilieninteressent, ist nur eine weitere Auflage des Klassikers „Katz und Maus“, wie er sich in vielen Bereichen und Industrien täglich abspielt
  • Rational und wirtschaftlich denkende Interessenten sind bei der Höhe der monetären Anreize geradezu verpflichtet, die Kosten (im Rahmen des geltenden Rechts) zu minimieren
  • Die Verhandlungssituation bei Immobilien hängt – nach wie vor– vor allem von Angebot und Nachfrage ab
  • Makler sind keine notwendige Bedingung für das funktionieren des Immobilienmarktes
Januar 26, 2011

Über – Stadt oder Land

Eine scheinbar ähnlich philosophische Diskussion wie die Frage nach Kaufen oder Mieten, versteckt sich hinter der ebenfalls recht kurzen Formel: Stadt oder Land?

Neben dem psydo-philosophischen Element, scheint diese Frage darüber hinaus auch noch nahezu altersunabhängig zu sein. Sind es in jüngeren Jahren eher Kriterien wie: Ausgehmöglichkeiten und Freizeitangebot, so treiben mit zunehmendem Altern scheinbar die Nähe zu Behörden, Ärzten oder die generelle Nahverkehrsinfrastruktur die Präferenz der Alternativen. An dieser Stelle möge man mir vergeben, dass ich ein sehr stereotypes Bild der “goldenen” Generation zeichne.

Oftmals habe ich mich jedoch schon gefragt, ob das Thema Ausgehmöglichkeiten und Freizeitwert nicht eine Mär und rein psychologisch ist? “Ich könnte, wenn ich wollte” scheint hier stark die Entscheidungsfindung zu treiben. Aber, mal Hand aufs Herz: Wie häufig nutzt man die Dinge denn wirklich? Bei der Argumentation erinnere ich mich gerne an Schul- und Studienzeiten, zu denen man an alle möglichen und unmöglichen Orte Bücher mitgenommen hat, nur um das Gewissen zu beruhigen. Man müsste ja eigentlich lernen und könnte dies ja auch theoretisch wenn man nur wöllte.

Nun aber zurück zur Fragestellung.
Ich persönlich bin – zugegeben – hin und her gerissen und kann mich selbstredend auch nicht von den vorgenannten Punkten freisprechen und völlig objektiv Pros und Cons gegeneinander abwägen.
Zum einen hätte ich natürlich gerne den erhöhten Freizeitwert, mag er nun psychologisch sein oder nicht. Zu Fuß in die Stadt, abends ohne Auto unterwegs und einfach nicht daran denken müssen, wann der letzte Zug oder Bus fährt und wie ich morgen wieder zur Arbeit komme. Das wäre schön.
Zum anderen schätze ich aber auch Feld und Wald direkt vor meiner (aktuellen) Türe. Joggingschuhe an und einfach loslaufen? Ein überfüllter und – in Frankfurt leider – oft zugemüllter öffentlichen Park kann so etwas in keinster Weise ersetzen.

Neben den vorgenannten Kriterien, scheint es aber auch so etwas wie die Spezies der Land- und Stadtmenschen zu geben, die klar die eine oder andere Alternative präferieren. Da ich mich weder zur einen noch zu anderen Art zähle, bringt mich dies an dieser Stelle leider aber auch nicht weiter. Und da sitz’ ich nun ich armer Thor und hab die Qual der Wahl in Gestalt eine Entscheidung zwischen dem Frankfurter Nordend oder dem Vordertaunus  vertreten durch die Kreisstadt Hofheim. Gerade letztere scheint in meinen Augen eine schöne Mischung aus “soviel Land möglich bei soviel Stadt wie nötig” zu sein.

Jetzt haben aber auch meine bisherigen Versuche zum Immobilienerwerb schmerzlich gezeigt, dass die Immobilienwirtschaft alles andere als auf mich gewartet hat und geeignete Objekte nicht verfügbar sind wie der sprichwörtliche Sand am Meer. Damit geht die Erkenntnis einher, dass es am Ende wohl weniger eine wirklich aktive Entscheidung für bzw. wider Stadt werden wird. Vielmehr, so scheint es, wird es wohl der Zufall und mein Geldbeutel in Gestalt einer geeigneten und zudem noch erschwinglichen Immobilie entscheiden, wo es mich hin verschlägt.

Mein Fazit:

  • Die Entscheidung zwischen den Alternativen ist keine leichte und will wohl überlegt sein,
  • Die Entscheidungsfindung scheint oft von psychologischen Aspekten getrieben, deren Überprüfung sich finanziell lohnen könnte
  • Letztendlich treiben aber häufig Geldbeutel und Verfügbarkeit von Objekten die finale Entscheidung

Wie immer freue ich mich über eure Meinung und Gedanken.

Herzlich,

Euer Joerg

Januar 20, 2011

Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen

Der Weg zur Erkenntnis ist ja bekanntlich ein steiniger und heute war dann wohl wieder einer solcher steinigen oder eben erkenntnisreichen Tage, wenn man so will.
Auf der anderen Seite sollte ich vielleicht froh darüber sein, dass der Weg der Erkenntnis für mich heute zwar steinig, aber dennoch recht kurz war. Genau genommen begann mein erkenntnisreicher Weg heute Morgen um 10 Uhr, als ein geschätzter Kollege mich auf eine interessante Immobilie aufmerksam machte. Gegen 16 Uhr war der Fußmarsch dann auch schon wieder beendet, weil auf einmal auf meinem Immoscout Merkzettel der Hinweis „gelöscht“ prangerte.
Sechs Stunden – nicht wirklich lang. Jetzt weiss aber auch jeder, der schon mal an einem Kieselstrand Urlaub gemacht hat, dass auch kurze Strecken durchaus schmerzhaft sein können und genau so ging es mir auch. Übrigens, ein sehr interessanter TED Talk über die Wahrnehmung von Schmerzen und die dahinterliegenden (irrationalen) Denkmuster findet ihr hier.

Zurück zum Thema. Der Immobilienmarkt in Rhein-Main scheint einfach brutal schnell zu sein, so meine vorläufige Erkenntnis. Aber….MOMENT…ganz so ist es ja dann doch nicht. Während die Halbwertzeit einiger Immobilien im Bereich von wenigen Minuten zu liegen scheint, verharren wiederum andere Objekte Woche um Woche in der Ergebnisliste meiner gespeicherten Suche. Auch der recht offensichtliche Trick, Anzeigen entweder zu aktualisieren oder gleich ganz neu zu schalten, um es erneut in den Newsletter zu schaffen, ändert an dieser Tatsache nichts. So wie Dinge nicht wahrer werden, nur weil ich zunehmen lauter spreche, so scheint ein Objekt nicht deshalb mehr Käufer anzuziehen, weil ich es Woche um Woche neu und vor allem mit identischem Preis platziere.

Wenn in der Vergangenheit nun akademisches Personal sich um meine Bildung bemühte und mir erklären wollte, dass Dinge nicht schwarz oder weiss sind sondern nur Schattierungen in grau sind, mag das zwar gestimmt haben, nur haben eben diese Personen auch versäumt mir zu sagen, dass dies explizit nicht für den Immobilienmarkt gilt. Dieser – und so meine heutige Erkenntnis – ist nämlich so schwarz und weiss wie es nur sein kann (Anm.: Ich war kurz geneigt das Lied des Herrn Pocher als Analogie zu zitieren, konnte mich aber noch beherrschen).

Psychologisch bringt mich dieser Sachverhalt in eine durchaus schwierige Situation. Reagiere ich sofort, nehme ich mir womöglich jede Chance auf Preisverhandlungen und muss in aller Regel über den Makler gehen. Reagiere ich nicht oder erst später, ist das Objekt entweder bereits vergriffen oder eben ein (scheinbarer) Ladenhüter.

Ist die Verweilzeit in Immoscout somit ein Qualitätsindikator des Objekts?

Aktuell weigere ich mich noch das zu glauben, aber wohl gerade deshalb, weil es der einfachere und nicht so steinige Weg zu sein scheint.
Ich bin der Geist der stets verneint!
Hat aber wiederum zur Folge, dass mein Merkzettel auch in Zukunft wohl häufiger von solchen Banderolen wie rechts durchsetzt seien wird.
Dennoch habe ich die Hoffnung, dass es ähnlich wie bei Zwischenmenschlichkeit für jeden Topf einen Deckel gibt. Somit wird es hoffentlich auch in nicht allzu ferner Zukunft MEINE Immobilie geben. An der Stelle noch der Hinweis, dass meines Erachtens die Suche nach der Wohnung durchaus mehr als nur eine Parallelität zur „Suche“ nach dem/der PartnerIn hat, aber das nur nebenbei.

Was habe ich also heute gelernt?

  • Der Immobilienmarkt ist extrem schnelllebig und die Online-Verweildauer eines Angebots ist scheinbar die beste Indikation für Qualität
  • Daraus folgt, dass der Markt nicht grau ist, sondern Objekte entweder toll oder Ladenhüter sind
  • Wie in er Partnerschaft braucht die Suche nach der Wunschimmobilie wohl etwas Zeit

Danke und bis demnächst,

Euer Joerg

Januar 17, 2011

Über – Kaufen oder Mieten

Aus meiner Sicht lässt sich die zentrale Frage rund um eine Immobilie stark verkürzt mit drei Worten stellen und lautet: Kaufen oder Mieten?

Das schöne an dieser Frage sind zwei Dinge:

  1. Jeder muss (oder sollte ich sagen: darf?) sich diese Frage irgendwann im Laufe seines Lebens stellen
    (man sehe mir nach, dass ich hier die Leute vernachlässige, die umfangreiche Ländereien und Großgrundbesitz in die Wiege gelegt bekommen haben),
    und
  2. aufgrund von Punkt 1, hat auch jeder einer Meinung zu dem Thema.

So wie Jeder, habe dann logischerweise auch ich eine Meinung zu diesem Thema und somit ist meine Antwort auf die obige Frage ein entschiedenes: Es kommt drauf an!

Und das “Es kommt drauf an” hängt vermutlich sehr viel stärker von der eigenen Lebensituation und -planung ab als von langfristigen Zinskurven und der Eigenkapitalausstattung. Auch lege ich für mich eine natürliche Skepsis an den Tag, wenn mir Finanzberater erzählen möchten, dass vermutlich in den nächsten 100 Jahren nie wieder eine solche Gelegenheit zum Immobilienerwerb kommen wird und mit erhobenem Zeigefinger auf historische Zinskurven herumdeutet.
Versteht mich bitte nicht falsch! Ich möchte nicht suggerieren, dass die vorgenannten Punkte nicht auch eine Entscheidung bzw. die Möglichkeiten für oder wider eine Alternative stark mit prägen bzw. mit prägen sollten!

Im Gegenteil! Gerade diese beiden Aspekte, also Zinsniveau und Eigenkapital, definieren nachhaltig das Umfeld und auch somit die “Wettbewerbssituation” auf dem Markt der Kaufwilligen. Anders gesagt, bei einem Zinsniveau von 6, 7, 8 oder mehr Prozent p.a. reduziert sich der Darwin’schen Logik folgend sukzessive die Zahl der Leute drastisch, für die Kauf eine valide Option sein könnte. Leider – und das sei an dieser Stelle angemerkt – resultiert hieraus eine ebenso drastisch steigende Zahl an Leuten, die infolge akuter Kaufunlust dann auf den Mietmarkt strömen und bei der nächsten Massenbesichtigung vielleicht schon neben Dir stehen. Auch dies ist ein spannendes Thema: Besichtigung! Aber darüber möchte ich ein ander Mal nachdenken, zurück also zum eigentlichen Gedanken.

Mit dem Hinweis auf die individuelle Lebensplanung als ultima ratio wollte ich vielmehr zum Ausdruck bringen, dass meiner Meinung nach die Möglichkeit, eine Wohnung zu kaufen nicht impliziert, dass man eine Immobilie kaufen muss und Mieten fortan keine Option mehr darstellt. An dieser Stelle greifen eben genau Faktoren wie: Berufliche Situation, Lebensplanung, Verfügbarkeit von Objekten und dergleichen als bestimmende Faktoren meiner Meinung nach sehr viel stärker als die vorgenannten Aspekte.

Was also tun, sprach Zeus?
Um ehrlich zu sein: Ich weiss es nicht! Und das macht es nicht unbedingt einfacher.
Eigentlich treibt mich der Wunsch, eine Immobilie zu erstehen. Ohne genau Begründung, ist einfach ein Gefühl und wenig geleitet von finanziellen Aspekten, Zinskurven oder gute gemeinten Ratschlägen der Finanzierungswelt.
Wohngold“, wie es gerne mal suggeriert und annonciert wird oder etwa Steuervorteile (die es bei der selbstgenutzten Immobilien – abgesehen vom eventuellen Arbeitszimmer ohnehin nicht gibt) treiben mich hierbei eher weniger. Es ist an der Stelle vielleicht doch stark die Möglichkeit und Finanzierbarkeit des Immobilienerwerbs.
Anders gesagt: Bei der Frage, ob ich für 1600€ monatlich eine Immobilie (und aktuell sogar noch mit einer Tilgung >1% p.a.) finanzieren kann oder ich 1600€ als Miete monatlich für Immer und Ewig bye, bye sage fällt mir der Entschluss zugegeben, leicht. Als eine Alternative – wenn auch scheinbar wenig verbreitet – könnte auch der sog. Mietkauf darstellen. So wäre zumindest sichergestellt, dass die Mietausgaben nicht vollends “verloren” wären und einem größeren Ziel dienen würden.

Und wenn wir schon bei den Kosten sind, ist dies darüber hinaus ein Faktor, der die Entscheidungsfindung nicht unbedingt erleichtert. Erwerbsnebenkosten von um die 5% des Kaufpreises und dann auch oftmals noch der nette Mann von Nebenan, der die Tür aufschließt und dafür weitere 5% (netto) einstreicht,  lassen eine überstürzte Entscheidung bei einem Sinneswandel schnell zu einem wirklich teuren Fehltritt werden lassen. Zwar entstehen auch im Falle einer falschen Mietentscheidung nicht unerhebliche Kosten, die aber für das Auge einfach etwas “freundlicher” aussehen, als fünfstellige Summen, die doch schnell beim Kauf “versenkt” werden.

Lässt sich aus meinen Ausführungen jetzt tatsächlich etwas schlußfolgern und/oder mitnehmen? Ich probier’ es mal:
Mein Fazit

  1. Immobilien kann man kaufen, muss man aber nicht
  2. Die Wettbewerbssituation bestimmen Faktoren jenseits des eigenen Einflusses (z.B. Zinsen, EK der Mitbewerber, etc.)
  3. Die Entscheidung für die einer oder andere Alternative liegt hingegen sehr wohl im eigenen Einflussbereich und will wohl überlegt sein

In diesem Sinne, freue ich mich auf Euer Feedback

Bis bald,

Euer Joerg

Januar 12, 2011

Über – Meine Motivation

Angesichts dieses Blogs mag man sich fragen: Warum macht der Mann das?

Nun, die Antwort ist nicht ganz einfach. Genau genommen, gibt es zwei Dinge, die mich antreiben:

  1. Ich glaube ich sagte schon mal, dass ich eine Wohnung suche, oder?:)
  2. Zum anderen wurde es einfach Zeit, etwas auszuprobieren!

Einfacher gesagt, bin ich genervt von:

  • den ganzen Immobilienportalen mit den immer gleichen Objekten,
  • den kryptischen Maklerseiten, bei denen “zentral” irgendwas zwischen JWD und mittig auf der Autobahn heissen kann,
  • von Annoncen, die nur die halbe Wahrheit erzählen, da auf einmal die Warmmiete Heizkosten nicht berücksichtigt (warum auch?) oder Stellplätze für viel Geld dazugekauft werden müssen, nur damit der Kaufpreis optisch was her macht
  • und all den anderen Dingen, die mehr verschweigen als erläutern und mehr verwirren als aufklären.

Darüber hinaus legen diverse Gespräche aus der Vergangenheit die Vermutung nahe:
Ich bin nicht der Einzige, der so denkt und den die gleichen “Probleme” plagen.

Auch wenn ich das sage bin ich mir durchaus bewusst, dass dieser Blog und mein Vorgehen sich zwei sehr erheblichen Herausforderungen gegenüber sieht.
Herausforderung 1 besteht darin, auf diesem Blog genug Traffic zu generieren und so hoffentlich den EINEN Besucher hierher zu locken, der vielleicht genau DIE Immobilie für mich hat.
Zum anderen, und darin besteht Herausforderung 2, ist die eigenen Immobilie zwar durchaus ein Thema, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt nahezu jeden trifft, aber dieses Thema ist zum einen meist temporär und zum anderen sehr individuell. Nicht umsonst gibt es wohl bei ImmobilienScout keine “Community” Funktionen, oder? :)

Jetzt interessiere ich mich sowohl beruflich als auch privat für die neuen Medien und somit lag die Idee nahe, auch in dieser Richtung etwas auszuprobieren.

Auch wenn ich nicht sicher bin was und – allgemeiner gesprochen – ob überhaupt etwas dabei herauskommt, gilt was ich am Anfang schon sagte: Nur Versuch macht klug.

Letztendlich möchte ich aktiv werden, etwas tun und hoffentlich ein paar Gleichgesinnte finden!
Wobei gerade der letzte Aspekt mich ebenfalls antreibt: Wie subjektiv ist das, was ich denke? Gerne hört und liest man ja nur das, was man glauben möchte und ins Weltbild passt, ein Phänomen, mit dem sich auch die Psychologie befasst (klick mich).

Neben dieser, eher weiter gefassten und sehr allgemeinen Motivation, gibt es aber immer noch Punkt 1 aus der oben stehenden Aufzählung der doch wesentlich konkreter ist.
Für meine Freundin und mich, suche ich also eine Wohnung. Auch wenn das zunächst einmal einfach klingt, liegt die Tücke – wie so oft – im Detail. Dennoch möchte ich diesen Blog und konkret diese Seite dazu nutzen, die Suchkriterien darzulegen.

Wie ich hoffentlich darstellen konnte, sind all diese Zeilen von mir kein Selbstzweck, darum gilt:
Wer immer diese Zeilen liest, selbst eine Immobilie hat, die zum Verkauf steht, jemanden kennt, der eine solche Immobilie hat oder schon mal gehört hat, wie jemand sagte, er habe eine Immobilie, die zum Verkauf
stünde: Bitte Info an mich!

Vielen Dank im Voraus und bis dahin,

Euer Joerg

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